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OnLive

Zur Zeit läuft die GDC, also die “Game Developers Conference”® in San Francisco. Da treffen sich so Leute und reden viel über Spiele und deren Zukunft. Im Prinzip ne CeBit für Spiele. Is aber auch komplett egal. Auf dieser Konferenz wurde nun eine neue Konsole vorgestellt. Also genau genommen wurden zwei vorgestellt aber das andere Gerät was ich hier jetzt nicht behandel soll mich mal nich weiter interessieren.

Wer mich nun kennt, oder mehr als zwei Beiträge in diesem Blog gelesen hat, der weis, dass ich eine gewisse Affinität zum Thema habe. Daher interessiert mich natürlich auch dieses neue Spieleding.Das Gerät heisst “OnLive“. Jetzt mag sich der Eine oder Andere fragen, warum man denn nun noch eine Konsole braucht. Ja eben, dass haben die Macher von OnLive sich auch gedacht und sind jetzt nach 7 Jahren in Tibet der Geheimhaltung mit was ganz doll revolutionärem um die Ecke gekommen. Der Clou bei OnLive ist nämlich, dass es sich bei den Client eigentlich um Videostreamingplayer handelt. Japp – so hab ich auch geguckt.

Die Idee ist, alles auf zentralen Systemen zu haben. Alles bis auf das Ein- und das Ausgabegerät natürlich. Man ist also mit der “Konsole” über das Internet verbunden. Sprich der Tastendruck geht per Kabel oder über die Luft in die Konsole und von da ins Internet weiter in den großen Rechner, der spielt quasi das Spiel ab und schickt immer einen passend Videostream an die Konsole zurück.

Wer schon jemals ein Video im WWW angeschaut hat mag sich jetzt fragen, “Wie zum Henker soll das denn gehen?”. Ja also das weis ich auch nicht. Erklärt wird es mit einem neuen Videokompressionsverfahren was so total Lagfrei sein soll. Für alle Nichtspieler, der Lag ist die Verzögerung zwischen Eingabe und Ausgabe. Spiele sind ja stark Reaktionsabhängig. Wenn die Steuerung nicht sofort auf die Eingaben des Spielers reagiert ist es kein Spiel mehr sondern … öhm … na irgendwas Anderes halt. Und für alle die noch nie ein Computerspiel in der Hand gehalten haben Politiker, das ist als wenn zwischen Amoklauf und reflexartiger Killerspielverbotsvorderung mehr als 5 Minuten liegen!

Wie dem auch sei, die Macher sagen das geht alles total gut. Und ich glaube ihnen auch. Aus zwei Gründen. Erstens gibt es momentan nur eine geschlossene Beta. Kein Plan wie viele da drin sind aber es werden nicht übermäßig viele sein. Eben so, dass die Server das gut verarbeiten können. Zweitens wird es wahrscheinlich keine wirklich großen Distanzen zwischen Clients und Server geben. Auf der GDC Präsentation wurde was von 50 Meilen gesagt.

Die Frage ist nun, was passiert wenn plötzlich das Ding einschlägt und die wirklich mal so ein paar Millionen Anfragen auf einmal kriegen. Wird es dann immer noch so gut funktionieren? Okay, dass sind wahrscheinlich Probleme, die man mit purer Hardwarepower lösen kann. Aber das bringt mich direkt zum nächsten Punkt. Was kostet der Spass? Wurde leider nicht erwähnt aber ich kann mir denken, dass das nich viel billiger sein wird als “normale” Disc basierte Spiele.

Und schon wieder beim nächsten Kritikpunkt. Es gibt keine Medien mehr. Alles liegt bei OnLive auf den Server. Macht eine Firma pleite, dürfte das Spiel weg sein (vermute ich). Das Spielepublisher Insolvenz anmelden ist ja nun in letzter Zeit auch nicht gerade ein Vorgang mit Seltenheitswert. Was passiert eigentlich wenn die Bundesregierung jeglichen Datenverkehr zum Schutz vor Kinderpornographie mit-snifft. Das dauert doch? Kann ich dann nich spielen? Wobei… Dann hätten wir auch gleich noch das Killerspielproblem gelöst. Oh man… Mir wird ganz schwummerig.

Okay, okay… Ich gebe zu, dass hört sich jetzt alles total negativ an. Ist auch so gemeint! Aber das heisst nicht, dass ich das Gerät nicht interessant finde. Eine Sache habe ich nämlich noch gar nicht erwähnt. Es gibt Clients sowohl für Windows als auch für OS X (Neben der Hardware). Und da ja “nur” Video decodiert werden muss, müssen die Clients im Prinzip auch nix können. Das finde ich wirklich das Interessante an der Sache. Videos im OnLive Portal müssen nich gebuffert werden das es sowieso ein Stream ist. Spieledemos oder Spiele selber müssen nicht mehr irgendwo lokal gespeichert werden. Es geht alles sofort auf Knopfdruck.

Leider ist die offene Beta, welche ab Sommer losgehen soll, nur für US Bürger. Ausprobiert hätte ich das schon gerne. So bleibt mir nur das warten und hoffen, dass die größten Probleme bereits gelöst sind sobald das (2037) auch in Deutschland vernünftig benutzbar ist.

Als Schlusswort kann ich nur sagen: Ich halte das für Mumpitz, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren! :-)

Zum Abschluss noch ein wirklich lesenswerter Beitrag zum Thema Machbarkeit von OnLive.

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